Ein Gedanken-Experiment
Ein Gedanken-Experiment
Aktueller Wissensstand: Die Milchstraße enthält etwa 100 bis 400 Milliarden Sterne. Der Sandkorn-Vergleich geht von 200 Milliarden und einem Feststoffanteil von 60 %, also 40 % Luft zwischen den Sandkörnern, aus. Unser Lastwagen soll 15 Kubikmeter laden können.
Aktueller Wissensstand: Die größten Sterne der Milchstraße haben einen 2000-fach größeren Radius als die Sonne. In unserem Sonnensystem würde das bis zur Bahn des Saturns reichen. Die Anzahl der hier betrachteten Überriesen ist sehr vage, derzeit wird von 5000 ausgegangen. Aber: Die überwiegende Anzahl der Sterne ist kleiner als die Sonne.
Gesicherter Wissensstand: Proxima Centauri ist gut 4 Lichtjahre entfernt. Oder rund 40 Billionen Kilometer.
Und das noch: Proxima Centauri und die beiden Sterne Alpha Centauri A und B bilden ein Dreifach-Sternsystem, sind also gravitativ aneinander sehr eng gebunden. Der Abstand zwischen Proxima-Centauri und den anderen beiden Sternen beträgt etwa 0,2 Lichtjahre bzw. 2 Billionen Kilometer (Alpha Centauri A und B liegen deutlich näher beieinander). Im Sandkorn-Maßstab sind das immer noch 1.500 Meter. Sandkörner im Abstand von 1.500 Metern halten irgendwie zusammen. Verrückte Gravitationskraft.
Gesicherter Wissensstand: Die Milchstraße ist eine Scheibe mit einer Ausdehnung von ungefähr 105.000 Lichtjahren. Selbst im Sandkorn-Maßstab sprengt die Galaxie die Vorstellungskraft. Wenn im Sandkorn-Maßstab zwischen den Sternen ein mittlerer Abstand von 25 km (entsprechend 3,5 Lichtjahren) liegt, braucht man eben viel Platz für alle 200 Milliarden Sandkörner.
GesicherterWissensstand: Der Abstand zu Andromeda beträgt 2,5 Millionen Lichtjahre.
Gesicherter Wissensstand: Der mittlere Abstand zwischen Erde und Erdmond beträgt 385 Tausend Kilometer. Die Erde hat einen Durchmesser von 12.750 Kilometern.
Gesicherter Wissensstand: Der mittlere Abstand zwischen Sonne und Erde beträgt 150 Millionen Kilometer.
Auf den Punkt gebracht: In Science-Fictions mit Raumschiffen und in populärwissenschaftlichen Animationsgrafiken sind Sonnen, Planeten und Monde immer ziemlich fette Kugeln in kleinen Abständen. Tatsächlich unkreist ein Erde-Mond-System mit der Größe des Punktes am Satzende eine "Sandkorn"-Sonne im Abstand, der der Breite einer Hand entspricht.
Aktueller Wissensstand: Der durchschnittluche Abstand zwischen Asteroiden mit einer Mindestgröße von 1,5 Kilometern beträgt etwa 3 Millionen Kilometer.
Auf den Punkt gebracht: Die Abstände sind erstaunlich hoch. Selbst im Asteroidengürtel sind die Himmelskörper so weit voneinander entfernt, dass eine Raumsonde auch im Blindflug praktisch keinem einzigen Asteroiden nahekommt. Das gilt auch, wenn deutlich kleinere Asteroiden betrachtet werden, die häufiger sind un dichter beeinander liegen. Eine Raumschiff-Reise durch den Asteroidengültel ist extrem viel weniger gefährlich, als Science-Fiction-Filme vermuten lassen. Ständiges Ausweichen und Umrunden ist blanker Unsinn.
Auflösung: Fiktive Reisen zur Sonne oder gar zu einem anderen Stern würden wegen der längeren Beschleunigungsphase sicherlich schneller sein als eine Reise zum Mond. Würde man aber die Reisegeschwindigkeit für eine Mondreise zugrunde legen, dauerte es knapp 4 Jahre zur Sonne und 1 Millionen Jahre zu Proxima Centauri. Mehr oder weniger.
Ich habe mir große Mühe gegeben, wissenschaftlich gesicherte Angaben für Abstände und Mengen zu ermitteln. In einigen Fällen liegen keine Angaben vor, die wissenschaftlichen Standards genügen (beispielsweise die Anzahl von Asteroiden). Aber es gibt plausible und realistische Abschätzungen.
Weiterhin habe ich mir große Mühe gegeben, die Umrechnung in den "Sandkorn-Maßstab" korrekt vorzunehmen. Zugunsten flüssigerer Lesbarkeit und schnellerem Verständnis habe ich gerundet. Es war mir wichtig, keine allzu krummen Werte zu präsentieren. Die Größenordnungen dürften aber stimmen, und Abweichungen von mehr als 20% sollte es nicht geben. An einigen Stellen ist die Beschreibung daher absichtlich vage formuliert ("etwas mehr als X", "gut X", "knapp X").
Da es sich nicht um eine wissenschaftliche Studie handelt, halte ich das Vorgehen für zulässig. Die Tatsachen werden durch gewisse Rundungsungenauigkeiten nicht verfälscht, wenn man versteht, dass die Intention ist, die Relationen im Universum in Beziehung zu setzen.
Darüber hinaus habe ich die Aussagen mithilfe von KI-Systemen überprüfen lassen. Dabei wurden keine groben Fehler oder Falschaussagen festgestellt. KI-Systeme können natürlich Fehler machen.